Sparen heisst das Wort der Zukunft!

Zurückhaltung und bewusster Einkauf dominieren die Zukunft des Konsums/Neues pdc Consumer Forum.

Vom Verbraucher wird in absehbarer Zeit keine spürbare Belebung der Binnennachfrage zu erwarten sein, so das nüchterne Fazit des aktuellen pdc Consumer Forums, das das Frankfurter Marktforschungsinstitut Anfang September veranstaltet hat. Die Zeiten kontinuierlicher Steigerungsraten sind in den Augen der Verbraucher vorbei. Produzenten und Handel müssen sich auf Kunden einrichten, die die Mark zweimal umdrehen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. «Eine spürbare Zurückhaltung beim Konsum und der bewusste Einkauf werden die bestimmenden Trends der Zukunft sein», so pdc-Projektleiter Hartmut Frömchen.

«Konsumieren bei knappen Budgets» lautete das Thema.

«Konsumieren bei knappen Budgets» lautete das Thema, zu dem pdc Verbraucher zur Diskussion geladen hatte. Eine kontinuierliche wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung, verbunden mit ständig steigenden Einkommen, ist zukünftig nicht mehr zu erwarten, darin waren sich die Teilnehmer einig. Sparsamkeit ist «in» - und zwar unabhängig davon, ob man selbst schon Einkommenseinbussen hinnehmen musste. Die ungewisse wirtschaftliche Zukunft hat bereits konkrete Auswirkungen auf das Kaufverhalten. Der Einkauf beim Discounter, die Jagd nach dem vielzitierten «Schnäppchen» und das Handeln mit dem Verkäufer oder der Verkäuferin werden immer selbstverständlicher. Auch der Einkauf direkt in der Fabrik, die Last-Minute- Reise und der re-importierte PKW gewinnen neue Anhänger.

Sparsamkeit bedeutet nicht Konsumverzicht

Bei weniger Einkommen wird zunächst einmal gespart, so der Tenor des Verbraucher Forums. Industrie und Handel können aber aufatmen. Die Deutschen werden nicht zum Volk der Konsumverächter. Sie handeln nur überlegter und vor allem differenzierter. Gleichzeitig entwickelt sich ein neuer Käufertyp, der bewusster einkauft und aufmerksamer neue Angebote wahrnimmt. Hier liegt im übrigen auch die Chance neuer dienstleistungsorientierter Anbieter. Auf Qualität wird der Consumer weiterhin setzen. Ständig ist er auf der Suche nach dem «Schnäppchen», das ihm Qualität zum günstigen Preis beschert. Der Käufer neuen Typs lässt sich auch nicht mehr von einem durchgestrichenen «alten» Preis blenden. Er ist in der Regel gut informiert und kann das günstige Angebot vom eilig zusammengestellten Ramsch unterscheiden.

Einkauf bei Aldi ermöglicht Traumurlaub

Auch auf seine Vorlieben wird der Konsument in Zukunft nicht verzichten. In Zeiten knapper Budgets entwickelt er daher ein gehöriges Mass an Cleverness. Lebensmittel werden jetzt eben mehrheitlich beim Discounter gekauft, der ersparte Rest wandert in die Urlaubsreise oder wird in ein gutes Essen mit Freunden investiert. Auch der «Lust-Einkauf» ist nicht gestrichen. Als willkommene Abwechslung zum Einkauf des täglichen Bedarfs - für viele Verbraucher schlicht eine Last - bleibt er unverzichtbar. Interessanterweise trifft das vor allem auf die Frauen zu. «Es gibt wenig Männer, die gerne einkaufen», so die einhellige Meinung der befragten Verbraucher.

Auf dem Weg zum multioptionalen Käufer

Für pdc sind die Ergebnisse des Consumer Forums weit mehr als eine Momentaufnahme. Hartmut Frömchen ist überzeugt, dass sich aus den Antworten der Teilnehmer ein langfristiger Trend ablesen lässt:

«Stagnierende Realeinkommen für breite Bevölkerungsgruppen führen dazu, dass wir es in Zukunft noch stärker mit dem multioptionalen Verbraucher zu tun bekommen. Er wird gleichberechtigt die Optionen der Discounter und der hochwertigen Fachgeschäfte wahrnehmen. Hohe Ansprüche an Qualität, Preis und Dienstleistung sowie die gelegentliche Lust aufs Einkaufen werden sein Handeln bestimmen. Vor allem die Dienstleistung bietet den Anbietern in Zukunft noch eine Möglichkeit, sich von ihren Mitbewerbern abzugrenzen, denn Qualität wird vom Verbraucher vorausgesetzt.»