Augen zu - Mund auf?

pdc-Verbraucher-Forum zum Thema «Babykost»

Das pdc Verbraucherforum hat sich etabliert. Diesmal wurden 10 Mütter an den «runden Tisch» bei pdc eingeladen, um eingehend über das Thema Babykost zu diskutieren.

Die Diskussion erbrachte zwei zentrale Ergebnisse: Trotz des aktuellen Kindertee-Urteils steht Hipp im Ansehen der Mütter ganz oben. Die Steuererhöhungen gehen auch an den Müttern nicht spurlos vorbei. Sie sehen einen Trend zum Selberkochen. Das sei kostengünstiger, und man wisse, welche Zutaten enthalten seien.

Man will den Versprechungen mehr glauben, als dass man sie wirklich glaubt

Fertignahrung sei zwar gesünder und praktischer als Selberkochen, aber schon der Hinweis «Zutaten aus Bioanbau» wird in Frage gestellt. Durch die Skandale der Vergangenheit sind die Mütter verunsichert. Sie trauen den Versprechungen der Hersteller nicht mehr uneingeschränkt. «Man will den Versprechungen mehr glauben, als dass man sie wirklich glaubt», so das Fazit. Maximales Vertrauen erfahren die Hersteller Demeter und Bioland. Unter den grossen drei Anbietern schneidet Hipp, dank der personalisierten Werbung, am besten ab, «den Mann kennt man».

Das Ökointeresse der Hersteller wird hingegen kritisch gesehen: Das sei derzeit nur gewinnorientiert begründet.

Generell wird ein «echtes» ökologisches Umdenken gefordert. Auch die «Erwachsenenkost» sollte frei von Schadstoffen sein. Noch immer wird die Umstellung von reiner Gläschen- auf Erwachsenenkost als ernährungsmässiges «Schockerlebnis» für das Kind gesehen.

Thematisiert wurden auch Verpackungsfragen. Den «Gläschenberg» kennen alle Mütter. Und alle haben Tips parat, wie man die Gläschen sinnvoll im Haushalt einsetzen kann. Dennoch kommt irgendwann der Moment, wo die leeren Gläschen in den Glascontainer wandern.

Um das zu vermeiden, wurde ein Pfandsystem angeregt. Es sollte ähnlich dem System der deutschen Mineralbrunnen, von allen Herstellern akzeptiert und zum besseren Handling in Trägersystemen, angeboten werden.

Auch das Informationsverhalten der Mütter hat sich stark gewandelt. Als Ratgeber werden heute vor allem der Kinderarzt und Freundinnen mit Kind genannt, auch Zeitschriften werden eifrig gelesen. Die eigene Mutter wird dagegen nur noch selten zu Kinderernährung und Erziehung befragt. Eine Entwicklung, die auch die Hersteller von Babykost betrifft, denn ihre Produkte werden von den neuen Ratgebern selten empfohlen. Eventuell liegt es daran, dass ihre Informationen zwar «schön aufgemacht, aber unglaubwürdig» seien.

Mit dem pdc-Verbraucher-Forum bietet pdc einen kontinuierlichen, qualitativen Monitor der aktuellen Verbrauchermeinung an. Die 15jährige Forschungserfahrung von pdc erhält so eine zusätzliche Dimension: Zu aktuellen Themen auftragsunabhängig in «Tuchfühlung» mit dem Verbraucher stehen.